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Titel:
Wie kommen Wellen zum Stehen?
Über das Schwingen von Teilchen und wie es dann weiter geht
Referent: Dr. Erich Bäuerle, Diplom-Ozeanograph, Moislingen
Datum: 27.02.2010
Beginn: 10:30 Uhr
Ort: Aula Jacob-Lienau-Realschule Neustadt
Beschreibung: Es war schon eine harte physikalische Nuss, die an der Kinderuni Neustadt geknackt werden sollte: Wie wird aus einer Mulde, die sich bildet, wenn ein Stein ins Wasser plumpst, eine ringförmige Welle? Was geschieht, wenn die Welle gegen ein Hindernis wie z.B. einen Leuchtturm oder Felsen läuft? Der Diplom-Ozeanograph Dr. Erich Bäuerle schaffte es, den wissbegierigen Kinder die vielfältigen Wege der Wellen mit zahlreichen Fotos anschaulich zu verdeutlichen und spielte mit kleinen Versuchen die prinzipiellen Regeln der Wellenausbreitung nach.

Das ganz Besondere bei einer Welle ist, dass sie sich ausbreitet, ohne dass die Teilchen, die an der Bewegung teilhaben, sich wirklich von der Stelle weg bewegen. Abgesehen von einem gewissen Auf und Ab, oder Hin und Her, bleiben sie dort, wo sie sich befunden haben, bevor die Welle durchgelaufen ist. Dazu müssen die einzelnen Teilchen sich aber nach bestimmten, streng festgelegten Regeln verhalten. Nur wenn sie einen gemeinsamen "Tanz" ausführen, bei dem jedes Teilchen darauf achtet, was die anderen gerade machen, kommt die gleichmäßige Fortbewegung der Wellenform zustande.

Erich Bäuerle, der lange auch am Kieler Institut für Meereskunde arbeitete, berichtete auch aus seiner Berufserfahrung heraus, was Wissenschaftler unternehmen, um die Gesetzmäßigkeiten der Wellen zu erforschen. In großen "Wellenkanälen" wird ganz gezielt das besondere Verhalten der Wellen untersucht. Mit dem, was man durch die Versuche in den Wellenkanälen gelernt hat, kann man Hafeneinfahrten besser bauen, die Fundamente der Windkraftanlagen richtig konstruieren und auch versuchen, die Energie der Wellen "einzufangen", um in Wellenkraftwerken Strom zu erzeugen.

Natürlich wollten die kleinen Studenten am Ende von Ihrem Professor auch noch wissen, was der Titel der Veranstaltung erfragt: Wie kommen denn nun die Wellen zum Stehen? Und so betrachteten die eifrigen Schüler das eigenartige Phänomen vom Ufer abprallender Wellen, die sich mit den weiterhin gegen das Ufer laufenden Wellen so überlagern, dass eine Welle entsteht, die scheinbar am Ort stehen bleibt.

Ein Dank des Organisationsteams der Kinderuni Neustadt gilt dem Hotel Wallburg für die kostenlose Logis des Referenten.

Zum Referenten:
Dr. Erich Bäuerle, Diplom-Ozeanograph, Leiter der "Moislinger Wasseransichten", Wendland

Geboren (1947) und aufgewachsen in Wendlingen (Neckar) am Fuße der Schwäbischen Alb. Zunächst Studium der Physik in Tübingen, später der Meeresphysik in Kiel und anschließend langjährige Arbeit am dortigen Institut für Meereskunde. Neben der Erforschung des Golfstroms waren stets die Schwingungen von Meeresgebieten (Gezeiten) und die Schwingungen von Seen das Hauptinteressensgebiet. Bei Forschungsaufenthalten in Norrköping, Zürich und Lausanne waren die Schwingungen der Ostsee, bzw. der schweizer Seen die Themen der Arbeit. Später folgte ein langjähriges Arbeitsverhältnis am Limnologischen Institut der Universität in Konstanz am Bodensee. Dabei ging es um die Bedeutung von Strömungen, der jahreszeitlichen Temperaturverhältnisse und von Vermischungsvorgängen für die Pflanzen und Tiere im See, sowie um die Auswirkungen von Klimaschwankungen auf den Zustand der Gewässer.

Gleichzeitig entwickelte sich eine Ausstellung über Phänomene des Wassers, die seit 1996 ihren Standort in Moislingen (am Nordrand des Wendlandes) gefunden hat und als "Moislinger Wasseransichten" ein bekanntes Ausflugsziel für Schulklassen, Familien und Erwachsenengruppen geworden ist. Über den norddeutschen Raum hinaus besteht Zusammenarbeit mit einigen "Erfahrungsfeldern für die Sinne" auf dem Gebiet der Wissensvermittlung über Vorgänge im Wasser.
Durch Lehrtätigkeit an Universitäten und Unterricht an Schulen und durch den Kontakt mit den Besuchern der Ausstellung hat sich im Laufe der Zeit eine gewisse Fähigkeit ergeben, auch komplexe Vorgänge in der Natur verständlich zu machen.